08. Dezember 2005
Investorenkonferenz zum Thema Forschung und Entwicklung in London:

Wenning: Wir sehen mit großer Zuversicht in die Zukunft

Phase-III-Studie für Nexavar® zur Behandlung von Lungenkrebs / Orales Thrombosemedikament in Phase III mit Einmal-täglich-Dosierung / Umsatzerwartungen für Kogenate® und Trasylol® angehoben / 2 Milliarden Euro Umsatzpotenzial durch neue Wirkstoffe bei CropScience / MaterialScience setzt Weltstandards für Anlagengröße und Verfahrenseffizienz

Leverkusen/London - Die Ausrichtung des Bayer-Konzerns auf Innovation und Wachstum zeigt auch im Bereich Forschung und Entwicklung (F& E) erfreuliche Ergebnisse. „Das Unternehmen hat in allen Arbeitsgebieten deutliche Fortschritte erzielt und viel versprechende neue Produkte und Verfahren entwickelt", sagte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning am Donnerstag bei einer Investorenkonferenz in London. „Wir sehen mit großer Zuversicht in die Zukunft." Wenning bezeichnete Forschung und Entwicklung als eine entscheidende Säule der Unternehmensstrategie. Im laufenden Jahr wird Bayer dafür insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro aufwenden.

Wenning stellte zum Auftakt der Konferenz einige wesentliche Ergebnisse der Bayer-Forschung heraus. „Im Pharma-Bereich hat unsere Pipeline das Potenzial, diesem Geschäft eine neue Dimension zu geben", sagte der Vorstandsvorsitzende. So soll für das neue Krebsmedikament Nexavar® mit dem Wirkstoff Sorafenib im 1. Halbjahr 2006 die klinische Phase III auch für die Indikation Lungenkrebs beginnen. „Damit hat das Medikament ein Umsatzpotenzial von mehr als einer Milliarde Euro", sagte Wenning. Mit einer einmal täglichen Dosierung initiiert Bayer jetzt die Phase III für das orale Thrombosemedikament, den Faktor-Xa-Inhibitor, für die Prävention von Venenthrombosen. Dieses Präparat hat ebenfalls Blockbusterpotenzial.

Wenning hob auch für zwei bewährte Produkte die Umsatzprognosen an. Für Kogenate® wird jetzt - unter anderem dank der Entwicklung neuer Darreichungsformen - ein Spitzenumsatz von über einer Milliarde Euro erwartet. Für Trasylol® nannte Wenning ein Potenzial von über 500 Millionen Euro. Hier erhoffe sich das Unternehmen zusätzliches Wachstum durch den Einsatz bei einer größeren Bandbreite von chirurgischen Eingriffen.

Bayer CropScience stehe bei Innovationen im Bereich der Agrochemie an der Weltspitze, führte Wenning aus. Hier erwarte Bayer ein Umsatzpotenzial von zwei Milliarden Euro aus neuen Wirkstoffen. Auch Bayer MaterialScience habe sehr interessante Innovationen, unter anderem in den Bereichen Automobil und Elektro/Elektronik, sagte Wenning weiter. Darüber hinaus sei der Teilkonzern Technologieführer bei der Produktion von Polycarbonaten und Polyurethanen sowie bei der Entwicklung innovativer Anwendungen.

Bayer HealthCare setzt auf Nexavar® und Faktor-Xa-Inhibitor

Den größten Anteil am Forschungsbudget hat Bayer HealthCare mit 50 Prozent. „Wir haben unsere Pharmaforschung und -entwicklung neu ausgerichtet und leisten mit unseren Innovationen aus dem HealthCare-Bereich einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Positionierung von Bayer als Erfinderunternehmen", sagte Arthur Higgins, Vorsitzender des Executive Committees von Bayer HealthCare. Meilensteine für das Jahr 2006 sind die erwartete Markteinführung des Krebsmedikaments Nexavar® in den USA und Europa zur Behandlung von fortgeschrittenem Nierenkrebs und die konsequente Weiterentwicklung des Wirkstoffs in den Indikationen Leber- und Hautkrebs, die sich bereits in Phase III der klinischen Entwicklung befinden. Im 1. Halbjahr 2006 soll darüber hinaus eine Phase-III-Studie zur Behandlung von Lungenkrebs starten. Damit hat das Krebsmedikament ein Umsatzpotenzial von über einer Milliarde Euro.

Pharmaleiter Dr. Wolfgang Plischke gab ferner bekannt, dass das Phase-III-Studienprogramm mit dem oralen Faktor-Xa-Inhibitor (BAY 59-7939) zur Prävention von Venenthrombosen mit einer einmal täglichen Gabe von 10 mg gestartet sei. Zu dieser Dosierung habe sich das Unternehmen nach Auswertung einer weiteren klinischen Studie entschlossen. „Die Daten zeigten ein überzeugendes Ergebnis für die Einmal-täglich-Dosierung sowohl bei der Wirksamkeit, als auch beim Sicherheitsprofil. Damit wollen wir Patienten nicht nur eine wirkungsvolle Thrombose-Prophylaxe mit der größeren Flexibilität einer oralen Einnahme anbieten, sondern erhöhen auch den Komfort in der Anwendung", betonte Plischke. Ebenfalls soll im Jahr 2006 das Phase-III-Studienprogramm in chronischen Indikationen - d. h. die Behandlung von Venenthrombosen und die Prävention von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern - beginnen.

Auch bei den Arzneimittel-Kandidaten in der frühen Entwicklungsphase ist das Unternehmen optimistisch. So erwartet Bayer HealthCare im kommenden Jahr für sieben Phase-I-Projekte Ergebnisse aus Proof-of-Concept-Studien - also Aussagen über den ersten Wirksamkeitsnachweis am Menschen - in den Indikationen Herz-Kreislauf-Risikomanagement und Krebs. Für drei Projekte wird bis Ende 2006 mit einem Start der Phase II gerechnet.

Zu den Wachstumsträgern von Bayer HealthCare zählen neben neuen Produkten auch bewährte Medikamente wie Kogenate® und Trasylol®, deren Umsatzpotenzial das Unternehmen durch ein gezieltes Life-Cycle-Management weiter erschließen will. Ein Beispiel ist die Entwicklung einer neuen Darreichungsform von Kogenate® mit verlängerter Wirksamkeit, basierend auf einer Liposomen-Technologie. Phase-II- und III-Studien sollen hier ab 2006 weitere Daten liefern. Für das gentechnologisch hergestellte Blutermedikament Kogenate® rechnet das Unternehmen jetzt damit, ein Umsatzpotenzial von über einer Milliarde Euro erzielen zu können.

Mit Trasylol® kann der Bedarf an Bluttransfusionen bei Operationen am offenen Herzen verringert werden. Zusätzliches Wachstum erhofft sich das Unternehmen durch den Einsatz bei weiteren chirurgischen Eingriffen. Derzeit laufen Phase-III-Studien, die zeigen sollen, ob Trasylol auch bei großen orthopädischen Operationen die Zahl von Bluttransfusionen verringern kann. Weiterer Schwerpunkt im Life-Cycle-Management ist die Umstellung des Produktionsverfahrens. Statt aus natürlichen Quellen soll der Proteinwirkstoff künftig biotechnisch hergestellt werden.

Bayer CropScience mit viel versprechender Pipeline

Bayer CropScience hat seit dem Jahr 2000 16 neue Pflanzenschutzwirkstoffe eingeführt. „Mit diesen Wirkstoffen haben wir in den ersten 9 Monaten 2005 bereits einen Umsatz von 642 Millionen Euro erzielt", sagte Vorstandsmitglied Dr. Bernward Garthoff. Zusammen mit zehn weiteren Substanzen, die bis 2011 auf den Markt gebracht werden sollen, erwartet Bayer CropScience ein Spitzen-Umsatzpotenzial von rund zwei Milliarden Euro mit Produkten aus der Forschungspipeline.

Besondere Bedeutung kommt dem Fungizid Prothioconazol zu, das in Deutschland und einigen europäischen Ländern bereits erfolgreich unter Markennamen wie Proline®, Input® und Prosaro® eingeführt wurde. Der Wirkstoff gehört zu einer neuen Klasse von Fungiziden und soll einen Spitzenumsatz von mehr als 300 Millionen Euro erreichen. Damit kommt Bayer dem Ziel, die Nummer eins auf dem Fungizid-Markt zu werden, einen weiteren Schritt näher. 2006 soll Proline® unter anderem in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Ungarn und Polen auf den Markt kommen.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt bei Bayer CropScience ist die Pflanzenbiotechnologie. „Wir glauben, dass die Biotechnologie eine der wichtigsten Technologien des 21. Jahrhunderts sein wird", sagte Garthoff. So verfolgt Bayer neue Forschungsansätze, die Pflanzen mit verbesserter Stresstoleranz z. B. in Hitzegebieten und die Entwicklung von gesundheitsfördernden Rapsölsorten einschließen. Zu den künftigen Projekten gehören auch die Herstellung von Materialien auf nachwachsender Basis sowie die Produktion therapeutischer Proteine in Pflanzen unter dem Stichwort „Plant Made Pharmaceuticals". Die BioScience-Forschung von Bayer hat bereits erfolgreiche Produkte wie die Hochertrags-Rapssorte InVigor® und das Baumwollsaatgut FiberMax® hervorgebracht.

Bayer MaterialScience investiert rund 330 Millionen Euro in die Forschung

Rund 330 Millionen Euro investiert Bayer MaterialScience jährlich in die Forschung und kundenspezifische Entwicklungen. Über 20 Prozent des Umsatzes von 8,6 Milliarden Euro generierte der Teilkonzern im Jahr 2004 mit Produkten, die jünger als fünf Jahre sind. Zwischen 200 und 250 Patente meldet das Unternehmen Jahr für Jahr an. Die Forschungsschwerpunkte liegen in den Business Units Polycarbonates und Polyurethanes.

„Im Bereich der Automobilindustrie sehen wir sehr gute Wachstumschancen", erläuterte Ian Paterson, der im Vorstand von Bayer MaterialScience die Bereiche Marketing und Innovation verantwortet. Der Fahrzeugmarkt wird - vor allem getrieben durch die Nachfrage in Asien - weiter wachsen. Außerdem wird der Anteil an Kunststoffen im Auto, insbesondere in der Substitution von Metallen, noch weiter steigen. Durch neue Anwendungen will Bayer MaterialScience von dieser Entwicklung überproportional profitieren.

In einer Reihe von Beispielen verwies Paterson auf die selbstheilenden Fahrzeuglacke und die künftigen Einsatzbereiche des Polycarbonats Makrolon®. Der Einsatz dieses Kunststoffs - beispielsweise bei der Verscheibung oder in Konstruktionsteilen - sorgt nicht nur für Gewichtsreduktion und damit Energieeinsparung: Makrolon® eröffnet auch neue Dimensionen der Designfreiheit.

16 Prozent des Gesamtumsatzes erzielt Bayer MaterialScience im Marktsegment Electro/Electronics. Auch hier hat Makrolon® ein starkes Gewicht. Speziell bei den optischen Datenträgern wie den CD- und DVD-Formaten ist das Material erste Wahl. Es wird auch die künftige Entwicklung auf diesem Sektor begleiten. Mit Makrolon® können neue Formate wie die Blu-Ray-Disc mit einem Speichervolumen von bis zu 25 GB realisiert werden. Doch die Entwicklung der optischen Datenspeicher geht noch weiter: Bayer MaterialScience forscht bereits an neuen Generationen wie dem so genannten „Near Field Recording", das über 100 GB Kapazität ermöglichen wird, oder auch an holografischen Speichermedien mit bis zu 1.600 GB Speichervolumen.

Paterson betonte zudem die Führungsrolle von Bayer MaterialScience, wenn es um Prozessinnovationen geht. Dies sei ein mit entscheidender Grund dafür, dass das Unternehmen weltweit eine Spitzenposition als Produzent hochwertiger Materialien habe. Um im stark kompetitiven Polymer-Markt mit seinen großen Volumina wirtschaftlich erfolgreich zu sein, gilt es, die Kosten- und Technologieführerschaft zu halten bzw. zu erreichen. Schlüsselfaktoren dabei sind neben dem günstigen Einkauf von Rohstoffen und Energie sowie wettbewerbsfähigen Standorten vor allem effiziente Prozesse und das Know-how, Anlagen im World-Scale-Format zu betreiben.

Die von Bayer entwickelte Hochleistungs-Phosgenierung für Isocyanate oder die IMPACT-Technologie im Polyether-Polyol-Prozess sind Beispiele dafür, wie Innovationen die Produktionsprozesse verbessert und die Herstellungskosten gesenkt haben. Dabei setzt das Unternehmen auch neue Standards bei World-Scale-Anlagengrößen. So ist Bayer derzeit der einzige Produzent von Polycarbonaten, der in der Lage ist, Produktionsstraßen mit einer Kapazität von 100 kt pro Jahr zu betreiben. Eine weitere solche Anlage entsteht zurzeit am Standort Caojing bei Shanghai.

„Die Forschungsbilanz aller drei Teilkonzerne untermauert die Innovationskraft von Bayer", resümierte Wenning. „Angesichts der künftigen Wachstumschancen unseres Portfolios sind wir davon überzeugt, dass unsere Geschäfte Benchmark-Niveau erreichen und damit zusätzlichen Wert schaffen können."


Hinweis für die Redaktionen:
Die Investorenkonferenz wird ab ca. 9.30 Uhr MEZ im Internet übertragen. Dort stehen auch die Charts (nur in Englisch) zum Download zur Verfügung:
www.investor.bayer.de


Zukunftsgerichtete Aussagen<br/>
Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die wir in Berichten an die Frankfurter Wertpapierbörse sowie die amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde (SEC) - inkl. Form 20-F - beschrieben haben. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.








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