19. September 2005
In "Circulation" veröffentlichte Studie belegt

Intraoperativ mit Trasylol behandelte Patienten können bis zur Bypassoperation eine antithrombotische Therapie erhalten

Geringerer Blutverlust und weniger Transfusionen notwendig

Leverkusen - Patienten können unmittelbar bis zur aortokoronaren
Bypassoperation mit Clopidogrel behandelt werden, wenn sie intraoperativ
Trasylol® (Aprotinin Infusionslösung) erhalten. In diesem Fall sind der
Blutverlust und der Bedarf an Bluttransfusionen geringer als unter Placebo.
Diese in der Septemberausgabe in einem Supplement in „Circulation - Journal of
the American Heart Association" veröffentlichten Studienergebnisse sind für
Patienten wichtig, die eine antithrombotische Therapie zur Vorbeugung von
schweren kardialen Ereignissen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod erhalten
und potenzielle Kandidaten für eine Bypassoperation sind.

Über 13 Millionen Personen haben eine koronare Herzkrankheit (KHK). Besonders
für Herzinfarkt-Patienten und solchen mit instabiler Angina pectoris gehören
antithrombotisch wirksame Medikamente zur Basistherapie. Zahlreiche Studien
haben gezeigt, dass Thrombozytenaggregationshemmer wie Aspirin und Clopidogrel
kardiovaskuläre Ereignisse verringern, indem sie die Verklumpung der
Thrombozyten verhindern. Zusätzlich verbessert eine antithrombotische
Behandlung die perioperativen Ergebnisse. In einer Studie mit über 1.600
Patienten wiesen Forscher von der Mayo Clinic nach, dass die Gabe von Aspirin
innerhalb von fünf Tagen vor einer Bypassoperation mit einem niedrigeren Risiko
für eine postoperative Sterblichkeit im Krankenhaus verbunden war (1,7 Prozent
vs. 4,4 Prozent in der Placebogruppe).

Wie aus einer früher veröffentlichten Studie hervorgeht, kann jedoch eine
antithrombotische Therapie, die nicht fünf Tage vor einer Bypassoperation
abgesetzt wird, zu einem erhöhten Bedarf an Bluttransfusionen führen. Aufgrund
der steigenden Anzahl von Patienten, die operiert werden müssen und eine
antithrombotische Therapie erhalten, sind die Kardiologen zunehmend mit
folgenden Problemen konfrontiert: Dem Risiko eines erhöhten intraoperativen
Blutverlusts steht das Risiko des Absetzens der antithrombotischen Therapie und
einer verzögerten Operation gegenüber, wenn die Karenzzeit von fünf Tagen
eingehalten wird.

„Wenn die Medikamente abgesetzt werden und die Operation erst später
stattfindet, sind die Patienten dem gleichen Risiko wie vor der
antithrombotischen Behandlung ausgesetzt", sagte der Studienarzt und
Herzanästhesist Professor Dr. Jan van der Linden, Karolinska Institut,
Karolinska Universitätskrankenhaus, Stockholm, Schweden. „Ohne die Medikamente
wird das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall und andere potenziell
schwere ischämische Komplikationen erhöht."

Über die Studie
In der Studie „Aprotinin Decreases Postoperative Bleeding and Number of
Transfusions in Patients on Clopidogrel Undergoing Coronary Artery Bypass Graft
Surgery" waren 75 Patienten mit akuter instabiler Angina pectoris aufgenommen
worden, die für eine perkutane koronare Intervention (PCI) nicht infrage kamen.
Vor der Operation erhielten sie niedermolekulares Heparin, Acetylsalicylsäure
(ASS) und einmal Clopidogrel 300 mg, anschließend täglich Clopidogrel 75 mg.
Nur solche Patienten wurden aufgenommen, bei denen Clopidogrel weniger als fünf
Tage vor der Operation abgesetzt worden war.

Vor Operationsbeginn wurden sie randomisiert in zwei Gruppen aufgeteilt: Die
erste erhielt während der Operation Trasylol (n=37), die zweite eine
Kochsalzlösung (n=38). Patienten in beiden Gruppen bekamen nach Ermessen des
Anästhesisten Tranexamsäure. Es bestand kein signifikanter Unterschied zwischen
den Gruppen hinsichtlich der Gabe von ASS und niedermolekularem Heparin
innerhalb von 24 Stunden vor der Operation. Drei Patienten in jeder Gruppe
erhielten wegen einer schweren Arteriosklerose eine Bypassoperation ohne
Herz-Lungen-Maschine, ein Patient in der Trasylol-Gruppe einen
Mitralklappenersatz.

Patienten in der Trasylol-Gruppe hatten zu 37 Prozent weniger Blutungen und
erhielten weniger Einheiten an Blutprodukten als diejenigen in der
Kontrollgruppe. Die Patienten in der Kontrollgruppe bekamen insgesamt
durchschnittlich 4,8 Einheiten an Blutprodukten im Vergleich zu 1,8 Einheiten
in der Trasylol-Gruppe. Etwa 80 Prozent der Patienten in der Kontrollgruppe
erhielten Bluttransfusionen, in der Trasylol-Gruppe dagegen nur 53 Prozent.

„Es gibt zunehmend Belege dafür, dass wir die antithrombotische Medikation
während der kritischen Tage bis zur Operation weiter fortsetzen können, ohne
dass es zu intraoperativen Komplikationen kommt", betonte van der Linden.

Es bestanden keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Mortalität, dem
Auftreten von Herzinfarkten und Schlaganfällen, erhöhter Serum-Kreatinin-Werte
und einer erneuten Brustraumeröffnung wegen Blutungen. In der Therapiegruppe
kam es zu drei Todesfällen, in der Kontrollgruppe zu einem. Alle Todesfälle
waren auf für diese Hochrisikogruppe bekannte Komplikationen wie Schlaganfall
und Herzinfarkt zurückzuführen.

Über die aortokoronare Bypassoperation
Bei der Operation wird eine Stenose oder ein Totalverschluss einer oder
mehrerer Herzkranzgefäße meist mit einem Venentransplantat zwischen Aorta und
Koronararterie umgangen. Diese häufigste große Operation wird allein in den USA
jährlich etwa 500.000 Mal vorgenommen. Zu den wichtigsten Komplikationen
gehören Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Blutungen und Tod.

Über Trasylol
Trasylol ist ein Breitspektrum Proteinase-Inhibitor, der die systemische
inflammatorische Reaktion moduliert, die bei einer Bypassoperation auftritt.

Trasylol ist das einzige zugelassene Medikament mit der Indikation
prophylaktische Anwendung zur Verminderung des perioperativen Blutverlusts bei
aortokoronarer Bypassoperation mit extrakorporaler Zirkulation. Bei einer
aortokoronaren Bypassoperation reduziert Trasylol nicht nur die
Entzündungsreaktion, sondern verringert auch den perioperativen Blutverlust.
Dadurch wird auch die Häufigkeit einer erneuten Brustraumeröffnung wegen
Blutungen reduziert. Dies führt zu einem verringerten Bedarf an
Bluttransfusionen von Fremdspendern.

Das in seiner Kategorie führende Produkt ist ein wichtiger Bestandteil des
pharmazeutischen Spezialitäten-Portfolios der Bayer HealthCare Divison Pharma.

Über die Bayer HealthCare AG:
Die Bayer HealthCare AG ist eine Tochtergesellschaft der Bayer AG und gehört zu
den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit
Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Der Teilkonzern Bayer HealthCare
erzielte im Jahr 2004 einen Umsatz von rund 8,5 Milliarden Euro.

Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health,
Biologische Produkte, Consumer Care, Diabetes Care, Diagnostika sowie Pharma
und beschäftigte 2004 weltweit 35.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ziel von Bayer HealthCare ist es, innovative Produkte zu erforschen, zu
entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und
Tier weltweit zu verbessern. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und
der Behandlung von Krankheiten und leisten einen Beitrag zu einer besseren
Lebensqualität.


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